träumt!

„Und, was machst du nach dem Abi?“ ist vermutlich die Frage, die ich im Moment am häufigsten höre und die ich selber am häufigsten stelle. Die Antwort lautet meistens studieren. Kurz ins Ausland, aber dann direkt angefangen zu studieren, um so schnell wie möglich einen Job zu finden. Mehr als die 4 Monate zwischen Abi und Anfang des Wintersemesters Pause machen? Nee, was soll man auch die ganze Zeit tun. Reisen? Klar. Aber nur kurz. Vielleicht einen Monat. Ob man nicht die Welt sehen möchte? Schon. Aber dann muss man sich halt zwischen Thailand, Indien und Südamerika entscheiden, weil alles, das geht ja nicht. Nimmt zu viel Zeit in Anspruch. Man muss ja das Studieren anfangen und arbeiten.

träume!//bisschenglueckblog//©AnnaRogun
sunset in amalfi-italy

Aber habt ihr keine Träume? Den Mount Everest besteigen. Roadtrip durch die USA. Alpenüberquerung mit dem Fahrrad. Zum Flughafen und einfach los. Schon. Aber später. Vielleicht mit 40, man muss davor ja erstmal studieren und einen Job bekommen.
Aber ist das nicht irgendwie traurig? Tagein tagaus am Schreibtisch sitzen und mehr schlecht als recht den Job machen, den man dann nach Bachelor und Master endlich bekommen hat, und eigentlich doch nur von weit weit weg träumen. Blogs lesen und Vlogs schauen, von Menschen, die einfach los sind. Auf und davon, die Welt entdecken.
Was ist der Sinn davon, zur Schule zu gehen, zu Studieren, einen Job zu machen, nur um die ganze Zeit auf Ferien hinzufiebern, um endlich wieder verreisen zu können? Um raus zu kommen aus dem tristen Alltag?

Ein Youtube-Video über einen Mann, der seinen geliebten Job gekündigt hat und mit einem Fahrrad einmal quer durch Amerika gefahren ist.

the routine is the enemy of time – it makes it fly by

Klar ist es anders. Gefährlich. Nicht normal. Abenteuerlich. Und bestimmt hat man irgendwann keine Lust mehr, aus dem Rucksack zu leben und die ganze Zeit auf dem Sprung zu sein. Aber dann kann man ja immer noch aufhören, sich niederlassen. Vielleicht nicht in Deutschland, sondern irgendwo anders, wo es einem besonders gut gefallen hat. Dann ist man zwar auch in dem täglichen Arbeitsleben integriert, jedoch ist eine entscheidende Sache anders: Man träumt nicht davon, endlich mal wegzukommen, sondern man war schon da. Und kommt bestimmt mal wieder.

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