Zwischen Gewissen (und) Wünschen

Hin- und hergerissen zwischen den ganzen Lebenseinstellungen und Hobbies, die ich alle faszinierend finde, versuche ich mir tagtäglich meinen eigenen Weg zu bahnen.

Veganismus, Minimalismus, Monocrome (Schwarz-Weiß), Bücher, der Wunsch nach immer neuen Stiften und Notizbüchern, Zero Waste – All diese Sachen sind schwer bis gar nicht unter einen Hut zu bringen, und doch möchte ich alles auf einmal. Oder eben kaum  bis gar nichts, was dem Minimalismus entsprechen würde; der erste Konflikt entsteht also schon, wenn man einfach nur meine Wünsche nebeneinander stehen sieht.

Was mache ich nun also?

Ist es konsequent, auf der einen Seite zu OHNE zu rennen, um meine unverpackten Chia Samen zu kaufen, um 30 Minuten später neue Brush Pens aus Plastik in meinen Beutel aus Bio-Baumwolle zu werfen?

Mit Sicherheit nicht. Aber soll ich einfach auf bestimmte Wünsche verzichten? Wer entscheidet, welche wichtiger sind als andere, welche einfach nicht beachtet werden können? Habe ich das Recht, zu entscheiden und Prioritäten zu setzen?

Natürlich gibt es Alternativen, die es ansatzweise möglich machen, alles zu einem Teil zu erfüllen. Gebrauchte Bücher, Stifte und Notizbücher kaufen, zum Beispiel auf 2nd Hand Plattformen wie Kleiderkreisel und Ebay-Kleinanzeigen. Was aber, wenn das Produkt, in das ich mich verliebt habe, weder hier noch dort zu kaufen ist, sondern nur aus Japan importiert werden kann? Das würde 99% meiner Wünsche nicht entsprechen, und doch würde es mir Freude bereiten. Soll ich es nun also kaufen und mich dabei schlecht fühlen? Oder es nicht kaufen und jedes Mal, wenn ich es auf Pinterest sehe, eine Welle von Neid erwarten?

Das kann doch auch nicht das Wahre sein, oder?

Was mache ich nun also?

Jemand hat mir vorgeschlagen, ich könnte doch eine Tabelle führen, in der ich meine Käufe gegeneinander abwäge und nur eine Gewisse Anzahl an „falschen“ Käufen zur Verfügung habe. Eine Art Beichten und für die Vergehen bezahlen, oder Ökostrafen bei Vielfliegern also.

Aber wäre das konsequent? Nein.

Ist es die einzige Lösung? Scheint so.

Ich werde diese Tabelle im Dezember testen und berichten.

Anna xx

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2 Gedanken zu “Zwischen Gewissen (und) Wünschen

  1. Gott, ich weiß was du meinst, dass kenn ich. Ich fühl mcih auch irgendwie immer so blöde, wenn ich dann irgendwas aus Japan anliefern lasse, was ich im Grunde ja eigentlich nicht brauche, dann eventuell gar nicht benutzte und und, jaa ich hatte mir nämlich so Brush Pens bestellt :D. Jetzt bentutz ich sie dafür doch zu wenig. Aber andererseits, man muss sich ja auch mal was gönnen, gibt ja schon genug Verzicht und mist da draußen, wenn man sich mti so einem Stift eben ab und an mal glücklich macht, dann los, mach es :). Ich bin sehr gespannt, was du zur Tabelle berichten wirst.

    glg Franzi

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